Waltersgrün (Valtířov)
Kreis: Taus
Kategorie: Gemeinde
Jahr des Verschwindens: 1954
Grund des Verschwindens: Grenzzone
Beschreibung
Waltersgrün lag etwa 3 km westlich von Neugramatin an der Straße nach Wassersuppen.
Der Ort wird erstmals in einer Urkunde aus dem Jahr 1115 erwähnt, in der der Herr Vladislav I. Waltersgrün und weitere Orte dem Kloster Kladrub schenkte. 1186 bekam den Ort das Prager Bistum. Danach gehörte der Ort dem Schönthaler Kloster (1270), 1358 besaß den Ort Dobrohost von Melmitz und 1373 Zdenek von Hirschstein. Gegen Ende des 14. Jahrhunderts fiel der Ort dem Augustinerkloster in Stockau zu. Während der Hussitenkriege ist das Dorf wahrscheinlich ausgelöscht wurden, denn 1537 wird Waltersgrün als verlassen vermerkt. Zur Neugründung von Waltersgrün kam es um das Jahr 1695. Der Ort gehört immer noch zum Kloster in Stockau. 1757 lebten hier 111 Menschen. 1789 gab es in Waltersgrün 37 Häuser und 1839 lebten in 45 Häusern 334 Menschen. 1930 hatte Waltersgrün 61 Häuser, in denen 273 Einwohner lebten (davon 264 deutscher Nationalität). Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Vertreibung der Deutschen befand sich der Ort in der Grenzzone und wurde 1954 endgültig zerstört.
Heute erinnert nur der Dorfweiher an den Ort, Überreste einiger Grundmauer, ein erneuertes eisernes Kreuz auf einem steinernen Sockel und das deutsch-tschechische Denkmal.
Quelle
- Chytilův místopis ČSR (2., aktualisierte Ausgabe aus dem Jahr 1929), herausgegeben von: Alois Chytil (Böhmen, Mähren, Schlesien, Slowakei, Karpaten)
-
Zdeněk Procházka, Putování po zaniklých místech Českého lesa - I. Domažlicko
Lage
Breite N(Y)° 49.47231 Länge E(X)° 12.76225 (GPS)