Schwarzach (Švarcava)
Kreis: Taus
Kategorie: Gemeinde
Jahr des Verschwindens:
Grund des Verschwindens: Grenzzone
Beschreibung
Der Ort Schwarzach liegt auf der deutsch-tschechischen Grenze südwestlich von Waier.
Erstmals erwähnt wird der Ort auf einer Karte aus dem Jahr 1626, wo er als tschechische Zollstation markiert ist. Mitte des 17. Jahrhunderts wurde hier ein Gasthaus gebaut, das als Mauthaus auf dem Regensburger Weg diente (ein bedeutender mittelalterlicher Handelsweg, der von Prag nach Regensburg führte). Allmählich kamen weitere Häuser hinzu. Ab 1677 lebte in dem Ort auch der herrschaftliche Jäger. 1757 hatte Schwarzach 31 Einwohner. 1839 dann bestand der Ort aus 15 Häusern, in denen 134 Menschen lebten. 1899 ergriff ein großer Brand das Dorf, der fast alle hölzernen Gebäude des Ortes vernichtete. Das Dorf wurde erneuert und die meisten Gebäude waren nun aus Stein. Ab 1825 bis zum Untergang des Ortes hatte hier auch das Zollamt seinen Sitz. 1904 wurde in Schwarzach ein Postamt eröffnet. 1930 hatte der Ort 18 tschechische und 47 deutsche Einwohner, die in 19 Häusern lebten. Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Vertreibung der ursprünglichen deutschen Bevölkerung wurde das Gebiet des Ortes Teil der militärischen Sperrzone, was für Schwarzach das Ende bedeutete.
Heute existiert Schwarzach nur auf der deutschen Seite der Grenze. Auf der tschechischen Seite ist von dem Ort nichts erhalten geblieben, nur ein Denkmal an Josef Oczek, Mitglied der tschechoslowakischen Finanzwacht, der hier 1938 gefallen ist. In den 90er Jahren wurde bei Schwarzach der Grenzübergang erneuert, der heute Wanderern und Radfahrern dient.
Quelle
- Chytilův místopis ČSR (2., aktualisierte Ausgabe aus dem Jahr 1929), herausgegeben von: Alois Chytil (Böhmen, Mähren, Schlesien, Slowakei, Karpaten)
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Zdeněk Procházka, Putování po zaniklých místech Českého lesa - I. Domažlicko
Lage
Breite N(Y)° 49.48908 Länge E(X)° 12.65011 (GPS)