Ruhstein (Ruštejn)
Kreis: Taus
Kategorie: Siedlung
Jahr des Verschwindens: 1950 - 1960
Grund des Verschwindens: Grenzzone
Beschreibung
Der Ort befand sich etwa zwei Kilometer von Eisendorf entfernt. Erstmals wird Ruhstein in einer Steuerrolle aus dem Jahr 1654 erwähnt. Die Besiedlung der Gegend reicht jedoch noch weiter zurück, denn schon auf einer Karte von 1628 ist hier ein Hof eingezeichnet. Der Name des Ortes ist wahrscheinlich vom Hügel Ruhstein abgeleitet, an dessen Ausläufern sich das Dorf befand. 1654 lebten hier 8 Familien, einhundert Jahre später waren es 13 Untergebene mit ihren Familien. Den Lebensunterhalt der Menschen sicherten ein karger Boden und später eine Glashütte im benachbarten Karlbachhütten. Zur Kirche gingen die Menschen aus Ruhstein nach Eisendorf, zu deren Pfarrei sie gehörten. 1789 lebten in dem Ort 46 Menschen, vierzig Jahre später waren es schon 161, verteilt auf 22 Häuser.
1930 bestand der Ort aus 34 Häusern, in denen 174 Deutsche lebten. Nach dem Zweiten Weltkrieg musste der Ort der militärischen Sperrzone weichen und wurde zerstört.
Bis heute kann man an der Stelle des ehemaligen Dorfes Überreste von Häusern finden und den Dorfweiher, der am Ortsrand lag. In der bewaldeten Gegend kann man außerdem noch Spuren davon erkennen, wie die Bewohner die Landschaft verändern mussten um sich Felder und Weideflächen zu schaffen.
Quelle
- Chytilův místopis ČSR (2., aktualisierte Ausgabe aus dem Jahr 1929), herausgegeben von: Alois Chytil (Böhmen, Mähren, Schlesien, Slowakei, Karpaten)
-
Zdeněk Procházka, Putování po zaniklých místech Českého lesa - I. Domažlicko
Lage
Breite N(Y)° 49.58147 Länge E(X)° 12.61475 (GPS)