Nepomuk (Capartice)
Kreis: Taus
Kategorie: Siedlung
Jahr des Verschwindens: 1950 - 1960
Grund des Verschwindens: Nähe zur Sperrzone (allmählich ausgesiedelt)
Beschreibung
Das Dorf wurde 1705 für 12 Holzfällerfamilien gegründet, die Graf Johann von Stadion aus der Oberpfalz herführte, damit sie für seine Hütten, Hochöfen und Hammerwerke Holz beschafften. Der ursprüngliche Name des Ortes war Nepomuk. Diese Bezeichnung wurde von den tschechischen Nachbarn und chodischen Bauern nicht angenommen, sie benutzen einen anderen Namen als Bezeichnung für die Landlosen, die versuchten einem steinigen Wald ein Stückchen Feld oder Wiese abzuringen – „Grundstückler“ oder auch Caparti (dt. Wicht, Fratz), wovon dann die Bezeichnung Capartice abgeleitet wurde. Im 17.-18. Jahrhundert war dies die Bezeichnung für zerrissene, zerlumpte Kleider, bildlich für alles Ärmliche und Kleine (z.B. auch für Kinder).
Um das Jahr 1921 lebten in Capartice 209 Menschen, 181 Deutsche und 22 Tschechen. Nach dem Krieg wurde die ursprüngliche deutsche Bevölkerung durch Umsiedler ersetzt, die hier her kamen um Grundbesitz zu erlangen. Im Laufe der 50er Jahre wurde ihnen das Land weggenommen und es kam zu einem erheblichen Abzug der Umsiedler zurück ins Landesinnere. Gegen Ende der 50er Jahre kam es in Nepomuk zum Abriss größerer Häuser einschließlich der Kapelle (als „Nepokum capelle“ war sie 1897 ins Grundbuch eingetragen worden und 2008 wurde sie wieder aufgebaut).
In den 70er Jahren begann man Wochenendhäuser zu bauen und damit wurde die Grundlage für eine Nutzung des Ortes als Erholungsgebiet gelegt.
Quelle
- Chytilův místopis ČSR (2., aktualisierte Ausgabe aus dem Jahr 1929), herausgegeben von: Alois Chytil (Böhmen, Mähren, Schlesien, Slowakei, Karpaten)
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Zdeněk Procházka, Putování po zaniklých místech Českého lesa - I. Domažlicko
Lage
Breite N(Y)° 49.41717 Länge E(X)° 12.79053 (GPS)