Geschichten aus Sudetenland

 Das Projekt "Geschichten aus Sudetenland" hat in den Jahren 2012 und 2013 15 Interviews mit Zeitzeugen  durchgeführt, die vor dem Krieg im Sudetengebiet lebten. Sieben  Interviews führten wir mit Personen, die nach dem Krieg mitsamt ihren Familien  nach Deutschland vertrieben wurden und acht Interviews mit Personen, die nach  dem Zweiten  Weltkrieg in der Tschechoslowakei blieben. Die zweite Gruppe von  Zeitzeugen, die wir angesprochen haben, bilden Menschen, die nach dem Zweiten Weltkrieg in die Sudentenregion gezogen sind. Wir haben fünf Interviews mit Menschen aus dem tschechoslowakischen Binnenland durchgeführt, aber auch mit Reemigranten, deren Familien in den Jahren 1945–1946 dem Ruf der damaligen tschechoslowakischen Regierung gefolgt waren, aus dem Gebiet der heutigen Ukraine oder Polens in das Heimatland ihrer Vorfahren zurückzukehren, und eine neue Heimat im westböhmischen Grenzgebiet zu finden.


Die Interviews wurden so geführt, dass uns die Interviewpartner durch persönliche Erinnerungen an die Eltern, Schule, Arbeit oder Freizeit das Alltagsleben und die Atmosphäre im Sudentenland vor und nach dem Krieg näher brachten. Ein Bestandteil der Erinnerungen waren natürlich auch Berichte über den Zweiten Weltkrieg und die Vertreibung nach Deutschland. Dank dieser Berichte können wir sehen, wie gewöhnliche Tschechen und Deutsche mit den großen geschichtlichen Ereignissen umgingen. Alle durchgeführten Interviews wurden anschließend einem deutsch-tschechischem soziologischem Team zur Verfügung gestellt, das sie analysiert hat und einen Text verfasst hat, der den Lesern eine soziologische Sicht auf die autobiografischen Aussagen der einzelnen Interviewpartner gibt. Daher finden Sie hier fünf Interviews, die alle oben erwähnten Gruppen von

Zeitzeugen, die wir angesprochen haben, erfassen. Bestandteil der Publikation ist auch eine Zusammenfassung der soziologischen Interpretation aller gewonnen Erzählungen. Der tschechische und der deutsche Teil des soziologischen Teams wählten jeweils eine unterschiedliche Herangehensweise bei der Analyse der Interviews. Das Kapitel „Erinnerungen und Therapie“ fasst den tschechischen und das Kapitel „Erinnerungen an das Leben im Sudetenland“ den deutschen Interpretationsansatz zur Bearbeitung der Lebensschicksale der Zeitzeugen zusammen. Das letzte Kapitel der Publikation soll in Kürze an die geschichtlichen Zusammenhänge und Umstände der gesammelten Erzählungen erinnern.

Kofinanziert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) der Europäischen Union Programm zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit Ziel 3 Freistaat Bayern – Tschechische Republik Investition in Ihre Zukunft

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